Wärmepumpe

Wärmepumpe oder neue Gasheizung? Der Kostenvergleich

Robert Wilhelm Binder· · 2 Min. Lesezeit

Die Gasheizung ist in der Anschaffung günstiger. Die Wärmepumpe gewinnt bei Förderung, Betriebskosten und CO2-Preis. Wir rechnen die fünf entscheidenden Posten gegeneinander, damit Sie über die gesamte Laufzeit vergleichen.

Inhalt dieses Artikels
  1. 1. Anschaffung: Vorteil Gasheizung
  2. 2. Förderung: klarer Vorteil Wärmepumpe
  3. 3. Betriebskosten: Vorteil Wärmepumpe, mit Bedingung
  4. 4. Wartung: leichter Vorteil Wärmepumpe
  5. 5. Der CO2-Preis: der stille Kostentreiber
  6. Das Fazit hängt vom Gebäude ab
  7. Fair vergleichen statt raten

Für die meisten Häuser gewinnt die Wärmepumpe über die Laufzeit. Sie ist günstiger im Betrieb, wird gefördert und kennt keinen CO2-Preis. Die Gasheizung punktet nur an einer Stelle: beim Kaufpreis. Ob sich der Umstieg für Sie lohnt, entscheidet sich an fünf Posten, die Sie immer über die gesamte Nutzungsdauer betrachten sollten.

1. Anschaffung: Vorteil Gasheizung

In der reinen Anschaffung ist eine neue Gasheizung günstiger. Der Unterschied kann mehrere tausend Euro betragen, weil bei der Wärmepumpe je nach Gebäude Umfeldmaßnahmen dazukommen, etwa größere Heizkörper oder eine Optimierung des Heizsystems. Das ist der einzige Posten, bei dem die Gasheizung vorn liegt.

2. Förderung: klarer Vorteil Wärmepumpe

Für eine neue reine Gasheizung gibt es keine staatliche Förderung. Für die Wärmepumpe sind über die BEG-EM-Förderung bis zu 70 Prozent Zuschuss möglich, nach dem neuen Förderrecht bis zu 80 Prozent. Damit schrumpft der Preisvorteil der Gasheizung deutlich oder kehrt sich um.

Wie hoch Ihr Zuschuss ausfällt, zeigt der Förderrechner in wenigen Schritten.

3. Betriebskosten: Vorteil Wärmepumpe, mit Bedingung

Eine Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom je nach Effizienz das Drei- bis Vierfache an Wärme. Ob sie günstiger heizt als Gas, hängt vom Verhältnis von Strom- zu Gaspreis und von der Effizienz im konkreten Gebäude ab. In gut geeigneten Häusern mit Flächenheizung oder passenden Heizkörpern liegt die Wärmepumpe bei den laufenden Kosten meist vorn. Wichtig ist eine niedrige Vorlauftemperatur, ideal bis etwa 55 Grad.

4. Wartung: leichter Vorteil Wärmepumpe

Eine Gasheizung braucht die jährliche Wartung und in vielen Regionen die Schornsteinfeger-Prüfung. Eine Wärmepumpe hat keine Verbrennung, keinen Schornstein und in der Regel geringeren Wartungsaufwand. Über die Jahre summiert sich das.

5. Der CO2-Preis: der stille Kostentreiber

Der oft übersehene Posten. Auf fossiles Heizen wird ein CO2-Preis erhoben, der in den kommenden Jahren steigt. Was heute moderat wirkt, verteuert das Gasheizen über eine Laufzeit von 15 bis 20 Jahren spürbar. Wer sich 2026 für eine neue Gasheizung entscheidet, bindet sich an einen Brennstoff, dessen Betrieb planbar teurer wird.

Das Fazit hängt vom Gebäude ab

  • Gut gedämmtes Haus, Flächenheizung, Förderberechtigung: Die Wärmepumpe gewinnt über die Laufzeit fast immer.
  • Unsanierter Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen: Hier braucht die Wärmepumpe eine sorgfältige Planung. Oft lohnt es sich, zuerst die Wärmeverteilung zu verbessern. In Einzelfällen ist eine Hybridlösung aus Wärmepumpe und Gas-Spitzenlast sinnvoll.

Pauschale Aussagen führen in die Irre. Entscheidend ist Ihr konkretes Gebäude. Rechnen Sie beide Wege mit realistischen Zahlen durch und vergleichen Sie Angebote auf gleicher Grundlage.

Fair vergleichen statt raten

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Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Energieberatung. Betriebskosten hängen stark von Gebäude, Nutzerverhalten und Energiepreisen ab.

Häufige Fragen

Ist die Wärmepumpe oder die Gasheizung günstiger?

In der Anschaffung ist die Gasheizung günstiger. Über die gesamte Laufzeit gewinnt in gut geeigneten Häusern meist die Wärmepumpe, weil Förderung, niedrigere Betriebskosten und der wegfallende CO2-Preis den höheren Kaufpreis ausgleichen.

Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Altbau?

Ja, entscheidend ist die Vorlauftemperatur. Ideal sind Werte bis etwa 55 Grad. Bei hohen Vorlauftemperaturen lohnt es sich, vorher die Heizkörper oder die Wärmeverteilung zu optimieren, damit die Wärmepumpe effizient läuft.

Wird die Gasheizung durch den CO2-Preis teurer?

Ja. Auf fossiles Heizen wird ein CO2-Preis erhoben, der in den kommenden Jahren steigt. Über eine Heizungslaufzeit von 15 bis 20 Jahren verteuert das den Gasbetrieb spürbar.